7 Tipps für das Kopfkino mit Happy End

Die Berlinale ist gerade in vollem Gange. Was liegt deshalb näher, als sich einmal ein paar Tricks aus der Filmbranche auszuleihen, wie man sein eigenes Kopfkino in positive Bahnen lenkt. 

Das Kopfkino hat jedem schon einmal üble Filme vorgespielt. Die Optimisten und Träumer unter uns sind von schrecklichen ‚Kopffilmen‘ weniger oft  – oder nie – befallen. Es sind die Grübler, Depressiven und Ängstlichen, die sich gerne zu Drama-, Tragödie- oder Horrorfilmschau im eigenen Kopf verleiten lassen. Hat man einmal in dieser Vorstellung Platz genommen, scheint dann ein ganzes Festival an negativen Filmskripten ausgestrahlt zu werden. Ein schrecklicher Moment jagt den nächsten und ein Happy End ist nicht vorgesehen.

Aus der Kinowelt entlehne ich nun einige Bilder und Ideen für Dich. Hier meine Tipps fürs Kopfkino, damit es ein Happy End gibt.

1. Du bist der Kinodirektor 

Wir reden hier aber über Kopfkino. Das sind zwei Elemente in diesem Wort, die auch die Lösung beinhalten, um aus diesem Teufelskreis negativer Gedanken heraus zu kommen: Erstens, es ist DEIN Kopf, in dem die Vorstellung abläuft. D.h. auch, dass es komplett Deiner eigenen Macht unterliegt, was in deinem Kopf vorgeht – sprich: welcher Film gezeigt wird. Du bist quasi dein eigener Programmdirektor und Kinochef. Sieh dich als der Festivalchef deiner persönlichen Berlinale. Leg das Festivalmotto fest (es muss aber positive Inhalte haben) und nun wähle deine Szenen und Filme aus.

2. Du bist der Produzent, Drehbuchautor, Regisseur, Hauptdarsteller

Das zweite entscheidende Element im Kopfkino ist Kino: Film muss nie real sein. Film ist oft fiktiv und basiert nicht immer auf wahren Geschichten. Du kannst deinen eigenen Film schreiben. Du entscheidest also nicht nur, welcher Film gezeigt wird, sondern auch wie jede einzelne Szene auszusehen hat. Es erlaubt Dir die vollkommene Kontrolle über den Inhalt. Das sind zwei Machtinstrumente, die Du nur nutzen und konsequent einsetzen musst, um positives Kopfkino zu erleben.

3. Die besten Filme kommen als Serie

Wir tendieren dazu, das Kopfkino anzuwerfen, wenn wir grübeln und ein Problem wälzen. Wir mühen uns im Kino ab, eine Lösung zu finden. Evtl. sind wir persönlich in einer Situation, die uns ausweglos scheint. Wir suchen nach Ansätzen, nach Zeichen, nach Hilfe, nach dem kreativen Geistesblitz, der uns die Tür öffnet und wie ein Wunder neue Wege erschließt. Je mehr wir jedoch das Kopfkino um eine Lösung bemühen, desto unwahrscheinlicher wird sie eintreten. Wir sitzen fest und sind angespannt. Doch was lehren uns sie großen Meister des Thriller-Kinos? Wenn es ganz spannend wird, endet die Folge. Schalten Sie auch das nächste Mal ein und erfahren sie, ob sich unsere Heldin aus der misslichen Lage befreien kann. Mach also auch Du einen Schnitt: eine Pause vom Denken und Kopfkino erlöst dich. Du musst den Kopf frei haben, wenn du tatsächlich neue Lösungsansätze haben willst. Geh spazieren, spiel mit den Kindern, lies ein Buch, mach Sport, koch essen – aber schau kein Kopfkino. Die neue Folge wird kommen und dir die Lösung bringen. 

4. Auch schlechte Filme werden Kult

Ein weiteres beliebtes Thema des Kopfkinos ist gesteuert durch Neid- und Minderwertigkeitsgefühle. Die Handlung ist meistens immer die selbe: du vergleichst dich mit Anderen und schneidest dabei grundsätzlich in allen Belangen schlechter ab als diese. So ein Film ist ganz übel für die Laune. Und er wird von nun ab aus deinem Programm verbannt. Setze ihn auf den Index. Nicht jeder kann einen Oscar gewinnen, nicht jeder in Hollywood spielen und nicht jeder ein Serienstar werden. Schaue ich mir manche Soap-Sternchen an, dann muss mand dafür außer einen großen Selbstdarstellungsdrang ja sowieso kein schauspielerisches Können aufbringen. Du bist aber auf deiner ganz eigenen Bühne. Nur du alleine zählst als Publikum und für dich alleine spielst du. Es gibt große und kleine Bühnen, Provinztheater und Staatsopern, Programmkinos und Filmpaläste. Es gibt Hollywood, Bollywood, Nollywood etc. Du bist der Star des ‚Egowood‘ – deiner eigenen Filmwelt. Dazu gilt nur dein eigener Maßstab und verleihe Dir so viele Oscars, wie du magst. Belohne dich für die kleinen und großen Rollen, die Special Effects und deine geschmackvolle Auswahl an Kostümen. Denk dran, schon mancher Trashmovie wurde zum Kulthit, weil er mit Liebe, Hingabe und vollem Einsatz gedreht wurde. So drehst auch Du deinen eigenen Film – ohne Vergleiche.

5. Manchmal wird erst ein Remake zum Erfolg

Manche Filme waren in ihrer ersten Version ein totaler Flop. Sie wurden erst erfolgreich, als man sie noch einmal neu auflegte. Wenn dein Kopfkino dir ständig vorgaukelt, dass nichts in deinem Leben so richtig funktioniert, dann sag dir einfach: ich drehe ein Remake. Schau dir an, was genau nicht funktioniert und such nach alternativen Ansätzen. Probier eine neue Dramaturgie aus oder ändere die Besetzung. Platziere deinen Film in einer andere Umgebung oder nutze neuere technische Möglichkeiten. Als ich z.B. die erste Verfilmung des Buches ‚Der Herr der Ringe‘ sah (war wohl aus den 80er Jahren) fand ich diese filmische Umsetzung fürchterlich. Es war im damals üblichen Trash-Genre-Modus gestaltet. Die späteren und nun so erfolgreichen Verfilmungen von Peter Jackson gefielen mir viel besser. Man hatte aber eben auch ganz andere technische Möglichkeiten und Budgets zur Verfügung. Die Geschichte blieb die selbe. Nur andere Akzentuierungen, Betrachtungen und Bilder. So kannst Du es mit deinem Film auch machen: wo braucht es ein Remake, wo kannst du kreativ neu und anders herangehen?

6. Es ist dein Drehbuch

Dein Kopf hat heute die Vorstellung „Ich schaffe das nie!“ im Programm. Du kannst dir diesen deprimierenden Film anschauen und weiter in schlechte Laune rutschen – oder Du schreibst das Drehbuch um und nennst den Film „Ich schaffe das!“. Es ist komplett dein Drehbuch und nur alleine das, was du ins Skript schreibst, erscheint auch auf der Leinwand. Wenn Dich also negative Gedanken plagen, dann hab ich folgende Idee für Dich: schreib die negativen Gedanken auf ein Blatt. Nun schreib das Skript um: Schreib auf ein zweites Blatt genau die positive Gegenseite zu den negativen Gedanken. Wirf das ’negative‘ Drehbuch dann weg und hänge deine positiven Gedanken dann an einen Ort, an dem Du sie täglich öfters sehen kannst. Du musst ja schließlich auch deinen Text lernen und deine Rolle leben. So machen es Schauspieler. Sie kleben sich überall die Zettelchen mit Textstellen hin, um diese dann zu lernen; bzw. wenn sie mal Text vergessen sollten, dort nachschauen können. Nutze diesen Tipp auch für dich und du wirst sehen, wie rasch sich mehr positive Erlebnisse in deinem Film ergeben.

7. Die schönsten Filme haben ein Happy End

Wir wollen großes Kino, wir wollen Hollywood in unserem Leben. Dein Kopfkino aber sagt: Nein, ich zeig dir nur Filme mit Angst. Du bist auf deine eigenen Ängste fixiert, wie das Kaninchen auf die Schlange. Damit wirst du keinen Oscar gewinnen. Die Zuschauer wollen in allem Drama und Tragischen immer auch ein Happy End. Auch wenn dein Leben sich wie ein schlechter Film anfühlt, dann sei beruhigt. Gerade weil es wie ein Film ist, muss es automatisch zum Happy End kommen. Habe Vertrauen in dein Drehbuch, male dir ein persönliches Happy End in ganz großen Szenen aus. Glaube fest daran – denn die schönsten Filme siehst du nicht im Kino, sondern die schreibt das Leben. Du wirst auch dein Happy End bekommen.

 

Du willst mehr erfahren, wie du dein Leben in ein Hollywood-Film verwandelst? Dann lass dich durch den kleinen Piraten auf deine Schatzsuche begleiten. 

Dein kleiner Pirat – eine Schatzsuche zu Dir.

 

 

 

 

 

Kommentare

Kommentare



'7 Tipps für das Kopfkino mit Happy End' has 1 comment

  1. 22. Februar 2017 @ 10:40 Vergiß deinen Plan B - Dein Kleiner Pirat

    […] B und C Version mehr. Tauchen skeptische Gedanken auf, dann schalte ich sofort das Kopfkino ab (liess meine Tipps dazu hier). Ich konzentriere mich auf mein Ziel, auf meinen Plan. Ich stelle mir konkret und im Detail vor, […]

    Reply


Would you like to share your thoughts?

Your email address will not be published.

Diese Website & Blog wurde zum Buch "Dein Kleiner Pirat" erstellt. Copyright liegt bei Christian Knaebel 2016 - Theme Lizenz "Old Paper"

Neues aus dem Piraten Logbuch
Erhalte die Neuigkeiten aus dem Piraten Logbuch und rund um "Dein kleiner Pirat" in meinem Newsletter.
Wir nehmen Deine Privatsphäre ernst und geben die Emailadresse nicht weiter.