Waldbad

Was Du für mehr Gelassenheit tun kannst: 7 praktische Tipps

Im ersten Moment erscheint es ein Widerspruch zu sein: man soll etwas TUN, um gelassener zu werden und Anspannung und Ängste abzubauen? Ist denn Gelassenheit nicht eher durch Nichtstun zu erreichen? Manche Menschen haben diese innere Ruhe und natürliche Entspanntheit, die sie jede Situation mit großer Ruhe begegnen läßt. Jedoch viele von uns sind nicht mit diesem Talent gesegnet. Wir müssen uns die Gelassenheit tatsächlich erarbeiten.

Damit dir die ‚Arbeit‘ für mehr Gelassenheit und weniger Anspannung ein wenig leichter fällt habe ich 7 Aktionen für mehr Gelassenheit zusammengestellt.

 

Erst die Arbeit, dann die Entspannung

In diesem Falle ist Bewegung die ‚Arbeit‘. Sportliche Aktivität und Bewegung generell hilft, um insgesamt gelassener zu werden. Dass Sport (solange wir nicht Leistungssport betreiben) für unseren Körper gesund ist, brauche ich nicht im Details auszuführen. Doch der Effekt geht weiter: ein fitter, gesunder Körper stärkt auch nachhaltig deine Psyche. Wir fühlen uns kräftiger, wohler und gesünder. Du musst nicht gleich einen Super Bikini-Body dafür antrainieren. Schon moderate Bewegung wirkt sich positiv aus. Wichtig ist, dass es regelmäßig geschieht – und mit regelmäßig meine ich nicht, einmal im Jahr den Spaziergang zum Ostereiersuchen. Nein: mindestens 3x die Woche sollte aktive Bewegung oder Sport in deinem Kalender eingeplant sein. Es ist eine ideale, kostenlose Medizin, die du dir selbst verabreichen kannst, um Anspannung entgegen zu treten und ein gelasseneres Grundgefühl zu entwicklen.
Dabei gilt die 20 Minuten Regel: um Stress, Ängste oder Anspannung abzubauen, solltes Du dich mindestens 20 Minuten aktiv bewegen; am besten in einem für dich zackigen Tempo oder Rhythmus; damit dein Körper auch wirklich gefordert ist. Du darfst da ruhig ein bisschen an deine Grenzen gehen. Denn nur so wird das Stresshormon Cortisol in deinem Körper abgebaut und du wirst danach gelassener agieren.
Für die ganz schnelle Nummer und eher sportlich veranlagte: solltest Du gerade einen sehr stressigen Moment erlebt haben, dann mach sofort danach so viele Liegestützen wie du gerade schaffst. Damit trickst du deinen Körper aus. Denn anstatt das durch die Stresssituation ausgeschüttete Adrenalin nun deinen Körper zu noch mehr Stress und Cortisol-Produktion anregt, baust du das Hormon durch den ‚Sportstress‘ wieder ab.

 

Auch langsame Bewegung ist gut – wenn es die richtige ist

Ich muss mich gleich einschränken: ich rede von Yoga. Und jeder, der Yoga auch schon machte, wird mir beipflichten, dass es da nicht langsam und gemütlich zugeht. Ok – bisschen langsamer schon als bei anderen Sportarten. Aber dein Körper ist ziemlich gefordert bei richtiger Ausübung von Yoga. Yoga gilt allgemein als DIE Sportart, die am besten für mehr Gelassenheit sorgt. Ich kenne persönlich keinen Menschen, der regelmäßig Yoga praktiziert und gleichzeitig einen gestressten Eindruck auf mich macht. Yoga ist eine wahre Gelassenheitsdroge – ohne Nebenwirkung oder Kater… gut Muskelkater wird sich bei Anfängern einstellen.

 

Tief durchatmen: Nach der 4-7-8 Regel

Aus dem Yoga gibt es hervorragende Atemübungen, die eine Sofortwirkung bei Anspannung oder Angst haben. Wer sich dafür interessiert, sollte sich eine entsprechende Yoga-Schule suchen, bei der auch Atemtechniken gelehrt werden. Wer es so probieren will, der kann in der nächsten Angstsituation einfach einmal die Augen schließen und mindestens 4-5 tiefe Atemzüge nehmen. Das wirkt unheimlich entspannend.
Wer es nun ein bisschen konkreter und mit einer ‚Regel‘ ausprobieren will, dem sei die „4-7-8 Übung“ empfohlen: Du atmest erst einmal komplett aus. Dann atmest du ruhig und tief ein und zählst dabei auf 4. Dann hälst du den Atem entspannt an und zählst auf 7. Nun beim Ausatmen läßt du den Atem langsam aus dir herausfließen und zählst dabei auf 8. Wiederhole das 3-5 mal und du wirst die Entspannung in deinem Körper wahrnehmen.

 

Mach es Dir warm

Warum geht es uns im Sommer meistens besser? Warum sind viele Menschen bei Sonne gelassener? Weil uns die Wärme schlichtweg gut tut und entspannt. Wärme wirkt sich nachweisslich positiv auf unsere Stimmung aus. Wir brauchen Wärme, um den Glücksbotenstoff Serotonin optimal aufzunehmen und zu verwerten. Deshalb gibt es weniger Depressionen im Sommer (sofern der Sommer natürlich auch sonnig und warm ist). Die Wärme sorgt für Muskelentspannung und damit einen entspannten Körper – folglich auch einen entspannten Geist.
Halt, werden da Einige sagen: Was ist mit den Eskimos? Die leben in Kälte und scheinen dennoch gelassen und glücklich. Abgesehen davon, dass die Eskimo bzw Inuits es mollig warm in ihren Hütten, Yurten und Iglus haben, nehmen sie ihre ‚Glücksdroge‘ über das Essen auf: der Omega 3- haltige Kaltwasserfisch sorgt für die nötige Stressresistenz (siehe hierzu: Lebensmittel für mehr Gelassenheit)
Brauchst du eine Wärmetherapie gegen Angst und Anspannung, dann leg Dich in die Sonne, besuche die Sauna oder hüpfe in ein warmes Wannenbad. Auch warmes, leicht scharfes Essen (Stichwort: Soul Food) kann helfen, sowie warme Getränke (Tee beruhigt ungemein). Schöne ‚Wärmeerlebnisse‘ sind natürlich die Wärme durch einen anderen Menschen: Kuscheln entspannt!

 

Mal ein ganz anderes Bad: nimm ein Waldbad

Willst du nicht in die Badewanne zur Entspannung, dann bau deine Ängst bei einem ‚Waldbad‘ ab. In Japan hat man diesen Begriff entwickelt (im Original: Shinrin-Yoku). Dort hat man nämlich wissenschaftlich belegt, dass schon 20 Minuten spazierengehen im Wald (sofern es nicht ein grimmiger Hexenwald ist) den Geist und Psyche entspannt. Man verordnet daher Waldbäder sogar medizinisch.
Die Natur und ganz besonders Bäume und Wälder wirken auf den Menschen beruhigend. Es liegt wohl in unserer Evolutionsgeschichte, da der Mensch eben im Lauf seiner Geschichte in der wahren Natur lebte. Die Idee mit den Häusern und Städten ist im Gesamtkontext unserer Entwicklung eher sehr neu. Deshalb triggert Natur auch Entspannung in unserem Hormonhaushalt.
Wer es also einrichten kann, sollte sich nahezu täglich eine Dosis Natur gönnen.

 

Bleib Realist – mit gesunder Prise Optimismus

Wer sich in Ängste und Anspannung verliert, dem schwirrt der Kopf nur so von Katastrophenszenarien. Du denkst nur noch an die negativen Seiten deiner Situation, du spinnst deine Geschichte in noch trüberen Farben weiter. Die Angst wird umso größer, je mehr wir diese Gedanken zulassen. Das Kopfkino zeigt einen Horrorfilm nach dem anderen.
Doch der Direktor im Kopfkino bist du selbst: also schalt den Film ab und leg eine andere Spule ein. Zunächst eine Dokumentation, denn du musst die Fakten auf den Tisch legen. Fast alle Negativszenarien erweisen sich nämlich bei genauer, realistischer Betrachtung als reine Fiktion. Mach also deine Situation nicht selbst zur Katastrophe, in dem du nur in Katasprophenbildern denkst. Die Realität ist meisstens weit weniger tragisch und im allgemeinen Kontext ist auch deine Situation vielleicht weniger schlimm, als du sie dir ausmalst.
Nach dem Dokumentationsfilm kommt dann ein schöner Hollywood Film: Du darfst positiv denken. Keiner verbietet es dir. Glaub auch ruhig selbst ein bisschen, dass du Teil einer Hollywood- Romanze sein kannst. Ein gesundes Mass an Optimismus gepaart mit ausgeprägtem Verständnis für die Realität wappnet dich bestens gegen Ängste und Anspannung. Es macht dich sogar nachhaltig resilient.

 

Finde deinen Zen-Weg

Ein erwiesenen Mittel für mehr Gelassenheit ist Meditation. Das ist kein Sofort-Heilmittel, sondern benötigt längere Übung. Meditation – insbesondere mit dem Ziel für mehr Achtsamkeit – erlebt inzwischen fast schon einen Hype. Deshalb kann man auch aus einer Vielzahl von Kursangeboten wählen, oder sich passende Apps aufs Smartphone laden. Es ist sinnvoll, sich eine paar Stunden in einem Kurs oder mit einem erfahrenen Meditationslehrer zu gönnen, wenn man öfters an Angstzuständen oder ständiger Anspannung leidet. Diese Investition wird dir sehr gut tun. Du musst allerdings auch regelmäßig meditieren: idealerweise täglich für ein paar Minuten. Nach ein paar Wochen wirst du nach und nach feststellen, dass es dich bereichert, stark, gelassen und selbstbewusst macht.
Gehe generell achtsam durchs Leben. Beachte deine Gefühle, Mitmenschen und Umwelt. Das wird dich auch stärken und dir helfen, Angstsituationen schon im Vorfeld zu erkennen und zu entschärfen.
Nicht jeder ist zum Zen-Meister geboren. Es erwartet auch niemand von dir, dass du das wirst. Finde die Art und Weise von Meditation und Achtsamkeit, die dir gut tut. Auch für mich war das ein Weg, der ein paar Rückschläge brachte, aber auch viele spannende, erfüllende Erfahrungen.

 

Die Ratschläge für mehr Gelassenheit haben auch ein weiteres Ziel. Viele dieser Tipps sorgen dafür, dass du auch mehr Achtsamkeit für dich selbst entwickelst. Nimm dir öfters im Tag eine Auszeit für Dich, gönne dir kleine Momente der Ruhe. Liebe dich selbst und sei nicht streng mit dir, wenn du in Stress kommst. Ängste und Anspannung sind immer auch Ausdruck von Gefühlen und Emotionen, die in dir stecken. Gehe diesen nach und entdecke in dir die Gründe. Ein gesundes Maß an Selbsterkenntnis und Selbstliebe ist die beste Basis für Gelassenheit.

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