Resilenz lernen

Resilienz lernen: Wie Du zum Stehaufmännchen wirst!

Resilienz lernen – wer will das nicht. Wir kennen jeder solche Menschen: egal was auch ihnen zustößt, sie schaffen es immer wieder auf die Beine. Mag ihnen noch ein so harter Schicksalsschlag widerfahren, früher oder später berappeln sie sich und leben kraftvoll und scheinbar glücklich weiter. Bei den Asiaten vergleicht man solche Menschen gerne mit einem Bambus. Diese hochgeschätzte Pflanze kann sich unter Druck stark elastisch zeigen und schwere Lasten tragen, sich seinen Weg in widrigen Bedingungen bahnen und immer wieder mit voller Kraft weiter wachsen. Ähnlich wie ein Stehpaddler oder Surfer müssen auch wir Menschen lernen, trotz Niederlagen und Umfallern wieder aufzustehen und unseren Stand im Leben zu festigen – egal wie stürmisch der Untergrund.

Die Wissenschaft spricht bei diesen ‚Steh-Auf‘-Eigenschaften von Resilienz. Die Forschung in diesem Bereich ist noch relativ jung, aber hat schon einige nützliche Erkenntnisse hervorgebracht. Ähnlich wie Kreativität ist Resilienz ein besonderes Phänomen und gleicht in manchen Ausprägungen einem menschlichen Wunder. Man neigte in der Vergangenheit dazu, die Resilienz lediglich auf genetische Vorgaben zu reduzieren (was teilweise auch zutrifft) weiss aber inzwischen, dass man Resilienz  lernen und sich sich aneignen und antrainieren kann. Damit kann man sich ein Polster schaffen, um selbst mit schweren Situation zurecht zu kommen. Resilienz bedeutet ja schließlich, sich nicht durch die Widrigkeiten des Lebens in die Knie zwingen zu lassen, sondern immer wieder neuen Lebensmut aufzubringen und sein Leben nach allen Möglichkeiten irgendwie glücklich und zufrieden zu gestalten. Resiliente Menschen schaffen es ingesamt besser, unmöglich erscheinende Situationen zu meistern, mit Krankheiten, Verlusten, Existenzproblemen nachhaltiger und lösungsorientierter umzugehen – sie schaffen es, einen Schritt mehr Richtung Lebensweisheit.

Resilienz baut auf einigen bestimmten Fähigkeiten und Kompetenzen auf

Resilienz baut auf einigen bestimmten Fähigkeiten und Kompetenzen auf; diese werden z.T. wirklich schon in die Wiege gelegt, aber eben auch anerzogen oder erlernt. Man fand z.B. heraus, dass resiliente Menschen oft ein großes Maß an Humor besitzen und damit ihre eigene Situation und ihr ‚Selbst“ mit gesunder, kritischer Distanz betrachten können. Nicht selten haben deshalb resiliente Menschen auch einen sehr guten Sinn für schwarzen Humor. Des weiteren können sie gut Beziehungen zu anderen Menschen aufbauen und – wenn gebraucht – auch nach Hilfe und Unterstützung fragen. Sie haben typischerweise auch Mechanismen entwickelt, die ihr Seelenleben schützen und vor Missbrauch abschottet. Oft besitzen resiliente Menschen darüberhinaus auch über bestimmte Talente oder Fähigkeiten, die wiederum für andere Menschen attraktiv erscheinen – und diese dann gerne zur Hilfe kommen: das können künstlerische, sportliche oder soziale Talente sein; aber auch geistige oder handwerklich ausgeprägte Fähigkeiten.

Man kann die Kernkompetenzen eines resilienten Menschen in drei Bereichen zusammenfassen:
Gesunder Realititätssinn. Resiliente Menschen haben einen wachen Geist bzgl. der Realität. Sie erfassen die Auswirkungen einer Situation und gehen damit ehrlich und direkt um. Dabei sind sie besonders ehrlich mit sich selbst und machen sich nichts vor bzgl. der eigenen Möglichkeiten – aber haben parallel dazu auch ein besonders gesundes Maß an Optimismus. Sie sind keine „Positiv Zombies“ (also die Menschen, die blind und stupide alles nur immer rosig, lächelnd und positiv sehen), sondern wissen, dass Optimusmus zweckdienlich ist und in der richtigen Dosis auch Kräfte frei setzt.
Glaube an das Leben: resiliente Menschen haben oft unerschütterlichen Glauben an den Sinn des Lebens. Schicksalsschläge ordnen sie nicht als Bösartigkeit ein, sondern sehen auch in ihnen einen tieferen Sinn. Sie haben ihrem Leben durch Glaube, Philosophie, Einsicht oder auch Religion eine Bedeutung und einen Sinn verliehen. Ihre Werte sind fest in ihnen verankert und macht sie stark. Probleme oder schwierige Situation sehen sie als Aufgaben, die das Leben ihnen zu spielt, und an denen sie lernen, wachsen und gedeihen können. Sie nehmen keine Opferrolle an und suchen nicht ständig nach Schuld, wieso oder weshalb gerade ihnen bestimmte Schicksalswege auferlegt sind.
Improvisationstalent: resiliente Menschen suchen immer nach Lösungen. Sie sind kreativ und aktiv dabei, wenn es darum geht, Probleme anzugehen. Sie arbeiten dabei mit dem, was ihnen gerade zur Hand ist und warten nicht ab, bis vielleicht irgendwann sich der superoptimale Zustand einstellt. Sie denken in Gelegenheiten und Möglichkeiten anstatt mit starrem Blick auf Problemen herumzureiten.

Diese 5 Fähigkeiten solltest Du lernen

Die Kompetenzen zu mehr Resilienz lassen sich glücklicherweise entwickeln. Resilienz lernen ist nicht so schwierig.  Man kann dies auch dann tun, wenn man in eher unbekümmerten Lebenssituation lebt; leider aber muss man die Fähigkeiten oft aber erst dann lernen, wenn es einen erwischt hat und das sonst übliche Leben entrissen wurde. Hier einige Ratschläge, wie Resilienz lernen für Dich möglich ist:

  1. Pflege Beziehungen. Menschen, die sich ein Netzwerk aus Freunden, Familien, Bekannten etc aufbauen und sich entsprechend einbringen, können oft besser mit schwierigen Situationen umgehen. Gerade auch dann, wenn Du in einer Krise steckst, ist es umso wichtiger, den Kontakt zu freundlichen, hilfreichen Menschen zu suchen und sich aktiv darum zu bemühen.
  2. Suche den Lerneffekt: anstatt sich ins Lamentieren zu stürzen, weshalb gerade Dir ein solches Schicksal widerfährt, solltest Du nach der Bedeutung der Krise für Dich suchen. Gibt es dir eine Chance, Neues zu lernen? Kannst Du einen tieferen Sinn für Dich ausmachen und diesen auch voll und ganz akzeptieren. Werde nicht verrückt über die Situation, sondern im Gegenteil: erweitere Deinen Geist und Erfahrungshorizont. Wer Bedeutung in schwierigen Erlebnissen findet, wird Ruhe und Weisheit für sich erlangen.
  3. Bleibe optimistisch. Wer seinen Optimismus aufgibt, gibt sich selbst auf. Das ist oft leichter gesagt als getan: gerade dann wenn das Licht am Ende des Tunnels so überhaupt nicht zu sehen ist. Aber mit dem Konzentrieren auf positive, optimistische Aspekte machst Du Platz für Lebenskraft. Wer immer nur auf die negativen Seiten einer Situation schaut und sich endlos damit beschäftigt, wird den Tunnel nur noch dunkler machen.
  4. Handle aktiv. Resiliente Menschen nehmen Entscheidungen in die Hand. Sie akzeptieren keine Opferrolle oder machen sich nicht abhängig von Situationen, anderen Menschen oder Umständen. Lerne für Dich, Entscheidungen zu treffen – selbst wenn dabei noch viele Unsicherheiten vorliegen. Nimm das Heft des Handelns in die Hand anstatt den Kopf in den Sand zu stecken. Die Ergebnisse werden dich ermutigen und weitere Energie spenden.
  5.  Akzeptiere Veränderungen. Das Leben verläuft nur in wenigen Fällen in einer geraden Linie. Auf und Abs, Kommen und Gehen, Hin und Her ist Teil des Lebens. Lerne den Wandel zu akzeptieren: das Leben läßt Dir sowieso keine andere Wahl.

Um Resilienz zu lernen  und zu stärken, wird auch nachdrücklich empfohlen, sich die Fähigkeit zur Meditation anzueignen. Schon kleine Meditationspause erlauben Dir, achtsamer, gesünder, problemorientierter mit Situationen umzugehen. Aus eigener Erfahrung weiss ich nur zu gut, wie wichtig solche täglichen Übungen sind wenn das Leben es besonders hart mit einem meint. Nur durch ein paar Meditationsübungen konnte ich mir meine geistige und emotionale Gesundheit erhalten. Dazu muss man kein Zen-Meister sein. Es gibt schöne, geführte Meditationen im Internet, die man als Laie problemlos nutzen kann. Wichtig ist, dass man lernt, ein gewisses Maß an Achtsamkeit für sich zu erwerben. Wer auf sich achtet, wird auch in schwerem Sturm überleben.

 

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Kommentare

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'Resilienz lernen: Wie Du zum Stehaufmännchen wirst!' have 2 comments

  1. 22. September 2016 @ 12:05 Vergiß deinen Plan B - Dein Kleiner Pirat

    […] aber keine falschen Erwartungen auf. Bei der Zielsetzung muss man immer auch Realist bleiben: ein optimistischer Realist – nicht ein negativer […]

    Reply

  2. 22. Februar 2017 @ 10:42 Was Du für mehr Gelassenheit tun kannst: 7 praktische Tipps - Dein Kleiner Pirat

    […] Wer sich in Ängste und Anspannung verliert, dem schwirrt der Kopf nur so von Katastrophenszenarien. Du denkst nur noch an die negativen Seiten deiner Situation, du spinnst deine Geschichte in noch trüberen Farben weiter. Die Angst wird umso größer, je mehr wir diese Gedanken zulassen. Das Kopfkino zeigt einen Horrorfilm nach dem anderen. Doch der Direktor im Kopfkino bist du selbst: also schalt den Film ab und leg eine andere Spule ein. Zunächst eine Dokumentation, denn du musst die Fakten auf den Tisch legen. Fast alle Negativszenarien erweisen sich nämlich bei genauer, realistischer Betrachtung als reine Fiktion. Mach also deine Situation nicht selbst zur Katastrophe, in dem du nur in Katasprophenbildern denkst. Die Realität ist meisstens weit weniger tragisch und im allgemeinen Kontext ist auch deine Situation vielleicht weniger schlimm, als du sie dir ausmalst. Nach dem Dokumentationsfilm kommt dann ein schöner Hollywood Film: Du darfst positiv denken. Keiner verbietet es dir. Glaub auch ruhig selbst ein bisschen, dass du Teil einer Hollywood- Romanze sein kannst. Ein gesundes Mass an Optimismus gepaart mit ausgeprägtem Verständnis für die Realität wappnet dich bestens gegen Ängste und Anspannung. Es macht dich sogar nachhaltig resilient. […]

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