Wer fliegen will, muss aus dem Nest: Wie auch Du aus der Komfortzone kommst!

In meinem Buch ist eines der empfohlenen Elemente, dass man immer wieder raus aus der eigenen Komfortzone gehen solle. Das ist eine Empfehlung, die auf viel Resonanz stößt. Viele der Leser – und ich selbst auch – müssen sich jeden Tag neu motivieren, die eigenen Grenzen zu überwinden, um große oder kleine Schritte raus aus der Komfortzone zu machen. Es gibt Tage, da ist die Gefühlslage so einengend, dass schon ganz selbstverständliche Vorgänge oder Situationen eine Herausforderung darstellen. Weshalb sollte man sich dann bemühen, die eigene Grenze ein wenig zu verschieben, wenn es doch so bequem ist? Nicht umsonst heißt die Komfortzone doch so, weil man es eben da so angenehm kuschelig hat.

Würde ein Vogel immer in seiner Komfortzone ‚Nest‘ bleiben, er würde nie das Fliegen erlernen. Noch viel einfacher: er würde ja nicht einmal die Erfahrung machen, dass er von Natur aus fliegen kann – und diese Eigenschaft einfach ihm zufällt. Er würde nicht in der Lage sein, sein eigenes Futter zu sammeln, Partner zu finden, vor Gefahr zu flüchten. Das Nest würde sich schließlich als komfortables, doch letztendlich tödliches, Gefängnis erweisen.

Ähnlich ergeht es uns Menschen, wenn wir nicht immer wieder aus der Komfortzone herausgehen. Wir sind nur dann wirklich am Wachsen, wenn wir neue Erfahrungen sammeln – sei es auch nur die Erfahrung, dass der Schritt aus der Komfortzone heraus einfach und erfüllend ist. Die Forschung zeigt hier auch eindeutige Ergebnisse: Menschen sind dann zu Höchstleistungen fähig, wenn sie ihre eigenen Grenzen verschieben, wenn sie sich aus ihrer Komfortzone heraus bewegen.

Manchmal ist Stress richtig gut für uns

Das Verlassen der Komfortzone erzeugt ein gewißes Maß an Stress. Doch darf man Stress in genereller Form nicht verdammen. Es gibt ein gesundes Maß an Stress, das uns wachsen, lernen und positiv stimulieren läßt. Solche positiv besetzte Stressmomente sind diejenigen, in denen wir unsere beste Leistung abrufen, weil wir motiviert sind, weil wir plötzlich Neues lernen und unsere Kreativität auf Hochform gebracht wird. Neue Situationen außerhalb unserer Komfortzone mögen uns auch mit neuen mentalen Erkenntnissen, Gefühlserfahrungen und Talenten konfrontieren. Diese Lernen ist uns als Mensch ein Leben lang ein treuer Begleiter und macht uns reicher, weiser und zufriedener.

Um nun die ersten großen oder kleinen Schritte aus der Komfortzone solltest Du eine kleine Bestandsaufnahme machen. Es ist hilfreich, wenn Du für Dich aufschreibst, wo Du Probleme hast, die Grenzen zu überschreiten. Wo sind es nur kleine Probleme und wo behindert dies Dein Leben eher schon massiv? Wie merke ich, dass ich noch in der Komfortzone bin? Welches Gefühl beschleicht mich, wenn ich an die Grenze gehe? Vor allem, welche ‚Entschuldigungen‘ (sprich ‚Ausflüchte‘) habe ich mir im Lauf des Lebens zurecht gelegt, um erst garnicht aus der Komfortzone zu gehen? Gebe ich Anderen die Schuld, oder den Umständen, etc? Hier ist absolute Ehrlichkeit mit Dir selbst erforderlich – und für manche ist schon diese ‚Selbstehrlichkeit‘ ein Schritt aus der Komfortzone.

Du kannst Deine eigene Geschwindigkeit bestimmen beim Verlassen der Komfortzone. Sofern dich niemand dazu zwingt (was schon mal gelegentlich auch vorkommt), kannst Du entscheiden, wie groß oder klein Deine Schritte sind – und in welchem Tempo. Mute Dir nicht zu viel zu am Anfang, aber unterfordere Dich nicht. Zu viel Stress ist auch kontraproduktiv, vor allem wenn er mit zu hohen Anforderungen und Erwartungen an Dich verknüpft wird. Zu wenig Herausforderung läßt dich andererseits nicht genug lernen und nicht das zufriedene Gefühl eines Erfolges erleben. Bei den ersten Schritten such dir die passende Gelegenheit oder Situation; nimm Dir evlt auch einen Freund oder Partner zur Hilfe dabei. Z.B, wenn Du Angst davor hast, größere Gruppen von Menschen zu treffen, arrangier es so, dass Du erst nur kleinere Gruppen triffst. Mit jedem Schritt wird dann dein Tritt sicherer und Du kannst größere Schritte tun.

Hilf Dir auch damit, in dem Du einige gute Vorsätze und Vorhaben konkret in Deinen Alttag einbaust. Halte Dich nicht so sehr damit auf, schlechte Verhaltensweisen oder Marotten zu korrigieren, sondern konzentriere Dich auf die guten Dinge. Du willst z.B. gesünder essen: anstatt Dir ständig Vorwürfe zu machen, dass Du wieder ne Portion Pommes gegessen hast oder zu überlegen, wie Du Fast Food generell aus Deinem Leben beseitigst, nimm Dir ein paar gute Ess-Eigenschaften vor: bau mehr Gemüse in den Alltag ein, iss Salat, knabber gesunde Nüsse. Ersetze Schlechtes einfach durch Gutes – und im Lauf der Zeit sind damit auch negative Verhaltensmuster verschwunden.

Lob und Belohnung warten auf Dich

Vergiss vor allem nicht, dich für Deine großen und kleinen Schritte zu loben; und Erfolge zu feiern. Belohne Dich, wenn Du besonders schwere Schritte heraus aus der Komfortzone gewagt hast. Setze Dir entsprechende Ziele und leg auch gleich fest, welche Belohnung Du dir schenkst, wenn Du dieses Ziel erreicht hast. Auch hier ist es von Nutzen, wenn Du jemand um Mithilfe bittest: rede über Deine Ziele und Vorhaben mit jemand – das erhöht Deine Verpflichtung Dir selbst gegenüber, diese Ziele auch erreichen zu wollen; und Du hast jemand, der dich daran erinnern kann.

Sei auch bereit, mit Rückschlägen umzugehen. Das Leben ist ganz selten eine gerade Linie und nicht immer gelingt Alles beim ersten Anlauf. Nimm solche Situationen nicht als Anlass, alles aufzugeben und in der Komfortzone schmollend sitzen zu bleiben. Es ist Teil des Lebens, dass wir lernen, mit Rückschlägen umzugehen – auch das ein Schritt aus der Komfortzone. Schau Dir an, was schief lief, und lerne daraus. Gerade solche Situationen ermöglichen uns ungeahnten Zugang zu unserer eigenen Kreatitivität und Leistungsbereitschaft. Manche Menschen sind dann am besten, wenn sie mit dem Rücken zur Wand stehen – und können plötzlich die Wände hochgehen oder gar fliegen.

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