Leseprobe: Mit Ängsten umgehen

Textauszug aus "Dein kleiner Pirat"

Der folgende Text ist aus Kapitel Zwei: Die Schatzkarte

In der Schatzkarte werden acht Elemente vorgestellt, die den Weg zum Schatz ebnen. „Angstfrei sein“ ist eines dieser Elemente.

Ängste sind die gefährlichsten Klippen auf der Seefahrt zum Schatz. Ängste sind wie ein übles Bermudadreieck – sie saugen Energie ab und manipulieren Deinen Kompass. Ängste machen Dein Boot schwer. Sie sind unnötiger Ballast, der bei schwerer See jedes Manöver behindert und sogar ein Kentern verursachen kann. Wenn Ängste Dein Leben beherrschen, dann wirkt das wie ein Schiff, dass auf dem Trocknen festliegt und dort verkanntet ist. Ängste sind unsichtbare Anker, die vor dem Auslaufen hindern – und Dein Weg zum Schatz blockieren. Nur wer Angst loslässt und überwindet, kann wirklich auf Fahrt gehen und sich dem Schatz nähern; nur der ohne Angst, wird sich für sich selbst frei und zugänglich machen.
Wer sich von Angst beherrschen lässt, weiß wie lähmend diese sein kann. Die Angst durchzieht den Körper wie Schleim und legt sich in jede Pore. Beherrscht uns Angst lange genug, wird sie wie ein Teil von uns – wir reagieren schon „natürlich“ aus Angst heraus. Doch das wir Angst haben, steckt nicht in uns drin – vor allem nicht die anerzogene und erdachte Angst, die so oft unser Denken und Handeln unterwandert.
Es gibt zwei Formen von Ängsten: die eine ist natürlich und „gesund“. Die andere macht Dich kaputt. Die „gesunde“ Angst ist der natürliche Reflex auf eine reale Gefahr: zum Beispiel ein tiefer Abgrund direkt vor uns, körperlich bedroht zu sein oder ähnliche Situationen machen uns Angst. Sie bedeuten eine unmittelbare Gefahr für unser Leben. Unser Instinkt ist darauf ausgerichtet, unser Leben zu bewahren, und erzeugt folglich das Gefühl der Angst, so dass wir entsprechend reagieren. Diese instinktive Angst bedeutet Respekt vor dem Leben. Das Gegenteil wäre lebensmüde zu sein und sich ganz bewusst der Gefahr auszusetzen.

Doch die andere, für uns lästigere, weil das Leben belastende Angst, ist diejenige, die in unserem Kopf entsteht. Diese „Kopfangst“ entsteht fast immer ohne dass es eine real vorhandene Bedrohung für unser Leib und Leben gibt. Diese Angst macht auf Dauer lebensmüde. Sie erzeugt permanenten Stress, der Dich, Deinen Körper, Deine Seele und Deine Beziehungen kaputt macht. Angst aus dem Kopf ist Sabotage am eigenen Boot. Die kopfgeborene Angst erscheint bei vielen von uns: es ist der kleine Mann im Ohr und nicht der kleine Pirat, der sie Dir einflüstert. Es ist der Klabautermann – das Schreckgespenst und Fluch der Seefahrer. Die Angst, die wir uns selbst einreden, ist ein übles Spiel, das unser Gehirn mit uns spielt. Wir fallen alle nur oft und leichtsinnig darauf herein.
Aber unsere selbstgemachte Angst hat einen kleinen Vorteil: wir können sie auch selbst wieder beseitigen. Während die von außen kommende, reale Gefahr nicht unbedingt in unserer Kontrolle liegt, haben wir die komplette und vollkommene Macht über die Angst in unserem Kopf. Schließlich sind wir es ja selbst, die uns diese Angst einreden – der kleine Mann im Ohr ist Teil von Dir und nicht fremdgesteuert. Du hast es in der Hand, die Angst auszuschalten. Du musst sie als solche identifizieren und sie schlichtweg über Bord werfen.

Eine der tiefsitzenden Ängste, die viele von uns im Kopf haben, ist die vor Ablehnung. Sie prägt viele unsere Verhaltensweisen in der Beziehung zu anderen, der Umwelt und vor allem auch zu uns selbst. In meinen Augen ist die Angst vor Ablehnung die Ursprungsangst – sie ist die „Mutter aller Ängste“, die in unserem Kopf entsteht. Andere „eingebildete“ Ängste, wie z.B. Angst vor dem Versagen, Angst vor Verlust, Angst um die Existenz, etc. führen in ihrem Ursprung auf die Angst vor Ablehnung zurück. Wenn ich in der Prüfung versage, wenn ich meine von mir erwartete Leistung nicht erbringen kann, werden mich meine Mitmenschen nicht mehr mögen. Wenn ich meinen Job verliere, werde ich nicht mehr von den Anderen geachtet. Wenn ich keinen Partner habe, nimmt mich die Gesellschaft nicht für vollwertig. Alle diese eingeredeten Ängste sind lediglich Kopfszenarien möglicher Schicksalswendungen resultieren in ihrer letzten Konsequenz in Angst vor Ablehnung. Alle diese Ängste sind jedoch nicht auf realer Basis, sondern lediglich Geschöpfe unseres Kopfes: sie sind eingebildet; sie sind ein Gebilde im Kopf. Ein Bild, das ich mir selbst so schrecklich ausmale; ein Gedankengebäude, dass ich aus dem Strandholz meiner Ängste zusammengezimmert habe.

Die Angst vor Ablehnung ist folglich keine natürliche Angst, sondern eine die wir auch angenommen haben und uns ständig einreden. Wir reden sie uns so lange ein, dass sie eines Tages auch real und natürlich für uns wirkt. Der Grund liegt darin, dass diese Angst schon bei den meisten von uns in der frühen Kindheit angelegt wird und sich dann ständig wieder im Aufwachsen durch entsprechend weitere negative Erfahrungen nährt. Diese Erfahrungen sind aber nicht die Angst selbst, sondern einfach Auslöser von außen. Wir deuten diese einfach nur dann als Ablehnung unserer Person und Gefühle und nähren damit die Angst. Ablehnung erzeugt nicht nur Angst; sondern diese selbsterzeugte Urangst ist dann der Nährboden für viele weitere negative Gefühle: Hass, Wut und Unfrieden entstehen aus Ablehnung und Angst. Boshaftigkeit, Gier, Arglist, Neid sind ebenso Ausdruck von Ängsten, die oft und tief in Ablehnung fussen. Wer Angst vor sich selbst hat, wird auch anderen Angst machen und ihnen übel mitspielen. Er will andere klein machen, um selbst keine Angst vor ihnen zu haben. Eine trügerische Größe entsteht – aufgebaut auf Angst. Hier begegnen uns die Dämonen der Piraten, die ich eingangs einmal erwähnt habe: die Angstmonster – wenn einmal losgelassen – sind dann die Ursache von unheilvollem Handeln.
Wir können alle eine bessere Welt schaffen, wenn wir diese Angst überwinden und loslassen, wenn wir die Dämonen als solche erkennen und ihnen keinen Raum geben.
…. ENDE TEXTAUSZUG…

…wie es weitergeht und wie Du Ängste überwinden kann, findet sich im Buch.

 

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