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Sinn ohne Zen: der kurvige Weg zum Glück

Als ich mich vor einigen Jahren auf meinen „spirituelle“ Pfad zum Glück und Zufriedenheit begab, suchte ich natürlich auch nach verschiedenen Methoden, wie man dies im Leben erreichen kann. Ich setze übrigens das „spirituell“ deshalb in Gänsefüsschen, weil es eher auch ein emotionaler Weg war ( manchmal vielleicht sogar ein wenig zu emotional für meinen Geschmack…). Entlang des Weges trifft man auf die üblichen Heiler, Lehrer und solche, die sich dafür halten: Manche verkaufen dir das Glück literweise in Form von Büchern, Vorträgen, Sessionen, und sonstigen Produkten. Doch ich glaube nicht daran, dass man Glück wie ein Fertigprodukt erwerben kann. Auf der anderen Seite aber gibt es auch ernstzunehmende Meister wie z.B. im Zen. Die Zen-Lehrer gehören allerdings zu denjenigen, die den Weg zum Glück als einen eher langen, manchmal schweren und schmerzhaften Pfad mittels tiefer Meditation, Einsicht und Übung lehren. Ich war damals aber soweit am Ende mit meiner Welt, dass ich auch bereit war, einen schweren Weg zu gehen, um wieder glücklich sein. So beschloss ich, es mit der Zen-Weise zu versuchen; um dann aber nur festzustellen, dass es doch nicht mein Weg ist.

So beschloss ich, es mit der Zen-Weise zu versuchen; um dann aber nur festzustellen, dass es doch nicht mein Weg ist

Ein überzeugter Zen-Praktizierender wird sicherlich einwenden, dass ich es wohl nicht lange genug, überzeugt genug oder tief genug praktiziert habe – und deshalb scheiterte. Wahrscheinlich waren meine Gedanken nicht im richtigen Maße fokussiert genug oder standen mir im Wege. Oder ich hab es einfach nicht korrekt ausgeübt. Und ich gebe zu: es fiel mir ungeheuer schwer, mich komplett auf die Zen-Übungen und Methoden einzulassen. Es war eine mentale – und meinetwegen wohl auch eine spirituelle – Herausforderung, meine Gedankenwelt klar und rein zu halten.  Es erzeugte bei mir keine Glücksmomente, lange Zeit in Stille zu meditieren und einen Lehrsatz oder ein Haiku Gedicht zu ergründen. Sogar während einer längeren Japan-Reise gelang mir das nicht, obwohl ich in einiger der edelsten Zen-Tempel zum Meditieren saß. Ich erreichte einfach kein Zen. Im Gegenteil: mich überkam während einer dieser Tempelbesuche sogar ein unkontrollierte Gefühlsausbruch und ich heulte los wie ein kleines Mädchen. Weil ich zu dem Zeitpunkt auch noch das Ende einer Beziehung betrauerte, war ich sowieso ein wenig fragil in meinem Gefühlskorsett und zusätzlich verfiel ich dann noch in Verzweiflung und Wut über mich, dass ich nicht in der Lage bin, am wohl besten aller Orte für Zen kein Zen zu erfahren. Ich begann mich zu bemitleiden und zu kritisieren für Unfähigkeit, Glück zu erfahren. Doch damit goss ich nur noch mehr Öl in das Feuer meines Selbsthasses und machte meinen Weg zum Glücklich sein noch schwerer.

Wo Zen das Gerade und Klare vorgibt, ist mir das Kurvige lieber

Zen fühlte sich einfach zu streng und geradlinig für mich an. Ich hatte das Gefühl, bestimmten Regeln folgen zu müssen, die ich doch immer wieder brechen würde. Es gibt Menschen, die sagen, man muss sich solchen Herausforderungen stellen und auch mal sehr schwere Ziele in Angriff nehmen. Man müsse nach den Sternen greifen, auch wenn man weiß, dann man nicht ins Weltall fliegen könne. Ich bin aber eher der Mensch, der lieber einen Berggipfel als Ziel hat, weil ich weiß, dass ich den auch eher besteigen kann als mit einer Rakete zu den Sternen zu fliegen. Außerdem ist eine Bergwanderung ein wenig mehr erbaulich für mich als ein unbequemer Weltraumflug. Im Zen stieß ich auf Mauern: die Geradlinigkeit des Zen war wie ein Gefängnis für mich. Die Korrektheit des Ansatzes war eine Richtschnur, die ich als Zaun auf meiner Weide empfand. Mein Geist und Gefühl blieb eingesperrt und öffnete sich mir nicht. Wo Zen das Gerade und Klare vorgibt, ist mir das Kurvige lieber (was man auch schon körperlich an meinem kleinen Bauch erkennt). Das manchmal Asketische und Korrekte am Zen widersprach mir, der ich lieber aus dem Vollen schöpfe – der ich lieber in der Fülle des Lebens bade. Ich weiss, zu viel vom Guten ist ungesund: aber das weiss man aufgrund eines gesunden Menschenverstandes und nicht einer Beherrschung der Zen-Lehre.

Um es einmal auch praktisch zu erklären: Wenn ich Joggen gehe (eher selten der Fall, aber ich tue es tatsächlich), dann kann ich es nur schwer ertragen, wenn die Strecke einmal mehr als 500 Meter strickt geradeaus geht. Ein Zen-Anhänger würde wohl so eine Strecke als ideale Übung für seinen Geist und Beherrschung sehen. Er würde motiviert sein, auch mal 5 km geradeaus zu laufen. Ich bin nicht so. Ich renn dann lieber doch querfeldein und über eine bunte Blumenwiese. Auch wenn vielleicht ein wenig mein Lauftraining darunter leidet. Aber ich bin glücklich dabei!

Das Leben ist eben voll mit verschiedenen Arten, glücklich zu werden. Ich musste auch meinen suchen und versuchen. So wie wir Menschen verschieden sind, so gibt es unterschiedliche Glückspfade. Das begann ich zu akzeptieren und fing an, meinen eigenen Pfad in mein Leben zu meißeln. Wem Zen als der geeignete Weg erscheint, soll damit glücklich werden. Ich habe kein Recht das abzusprechen, dass es für viele Menschen funktioniert. Mein Weg ist es eben nicht; und ich bin dennoch fest überzeugt, dass jeder für sich seinen Weg finden kann und soll; ohne dass ihm jemand vorschreibt, welches der einzig wahre Weg ist. Ich habe es so für mich gehalten und nach einigen Windungen, Umwegen und Einbahnstrassen auch meine Lebensphilosophie definieren können. Mein Büchlein „Dein kleiner Pirat“ ist ein Ergebnis dieser Suche und vielleicht auch für den einen oder anderen nützlich auf seiner Schatzsuche.

Achtsamkeit steht jedem offen und jeder sollte es auch für sich nutzen

Allerdings habe ich meinen Weg auch damit gefunden, dass ich lernte, achtsam zu sein. Da werden einige einwenden, dass dies doch eine Sache und Grundidee von Zen sei – das mit achtsam sein und so. Aber ich behaupte, dass jeder achtsam sein kann und darf; es ist nicht das Privileg eines bestimmten Weges. Achtsamkeit steht jedem offen und jeder sollte es auch für sich nutzen. Als ich damit anfing, meinen Gefühlen mehr Aufmerksamkeit zu schenken und mit ihnen achtsamer umging, eröffnete sich mir endlich auch mein Pfad zum Glücklich sein. Das kam nicht von heute auf morgen und dauerte seine Zeit, bis ich zu tieferen Einsichten kam; und bis ich auch wirklich lernte, meinem Gefühl achtsam zuzuhören. Aber schließlich führte es mich doch zu der tiefsten aller Erkenntnisse für mich: Lerne, dich selbst voll und ganz anzunehmen; lerne, dich selbst zu lieben. Das ist seither mein Schlüssel zum Glück.

Mein Weg zum Glück konzentriert sich auf die Selbstliebe

Mein Weg zum Glück konzentriert sich auf die Selbstliebe. Das ist die Essenz meines Buches. Mein Weg ist dabei weniger Zen, sondern mehr Sinn: Sinnlichkeit, Gemeinsinn und Sinnenfreude inklusive. Es will Lust auf das Leben machen. Freude daran, das Leben zu geniessen. Sich um sich, andere und die Umwelt kümmern als sinn-stiftende Elemente. Einfach ein reiches Leben führen ohne materiellen Reichtum als Bestätigung zu suchen. Mit sich im Reinen zu sein, sich anzunehmen und zu lieben – das ist mein Mantra.

Das Leben ist für die meisten von uns kein klarer, direkter Pfad. Es ist nicht immer eitel Sonnenschein und Rückenwind. Der Pfad des Lebens ist gelegentlich schmutzig, kurvig, steil. Es geht durch Unwetter und Dickicht. Aber das Leben ist immer reichhaltig an Erfahrungen und Eindrücken – diesen offen zu begegnen, ist eine tiefe Bereicherung. Freude am Leben erleben und spüren, erfordert manchmal ein bisschen mehr Achtsamkeit. Doch Gelegenheit dazu gibt es täglich: auch das einer meiner Erkenntnisse. In das Leben eintauchen und mit Liebe für sich leben. Das ist so schön, wie über eine Blumenwiese joggen – schöner als eine lange, graue Straße.

 
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